Arcor-Erfahrungen

by Michael Urspringer - 24.12.2006

Mit Arcor kann man bei einem Umzug sehr viel Spaß haben. Nachdem wir uns vorher schon informiert hatten, wie weit die neue Wohnung vom nächsten HVT weg ist und dass DSL-6000 problemlos möglich ist, kam Ende November die böse Überraschung: DSL war zwar da, aber total instabil. Im 15-Minuten-Takt verlor das Modem die Verbindung. Die Dämpfung war zwar ok, nur der Signalrauschabstand lag so zwischen 1 und 5 dB. Es kam also so gut wie kein Signal an.

[Mehr:]

Der Telekomiker, der die Leitung geschaltet hatte, hatte dies zwar bereits bemerkt, fühlte sich aber nicht wirklich zuständig (“ISDN geht, also ist die Leitung ok”). Klar, wieso auch die Konkurrenz unterstützen. Leider begann dann das übliche Drama mit der Arcor-Hotline, die dann irgendwann wie erwartet mit der Aussage “DSL-6000 geht auf Ihrer Leitung nicht, wir stufen sie auf DSL-2000 zurück”. Das auch DSL-2000 die gleichen Probleme machte, hat die nicht wirklich gestört.

Gut dass wir aufgrund der guten Verbindungen zu Arcor in der Lage waren, die richtigen Leute einzuschalten, die auch ein wenig Ahnung haben und denen klar war, dass bei unseren Dämpfungswerten durchaus mehr als 1 dB Signal ankommen sollten. Also wurde ein Ticket bei der Telekom aufgemacht. Die kamen dann auch, stellten fest, dass die Leitung ok sei und zogen wieder ab. Die Rückmledung gegenüber Arcor lautete “Leitungsstörung behoben”. Logischerweise ging es dann aber genausowenig wie vorher.

Aufgrund der internen Intervention bei Arcor schickten die dann noch einmal einen Techniker vor Ort, der noch einmal bestätigte, dass die Leitung schon am Hausanschluss zu schlecht ist und deswegen eindeutig ein Telekom-Problem vorlag. Es wurde also wieder ein neues Störungsticket bei der Telekom aufgemacht, das dann an den dortigen Baubezirk weitergeleitet wurde. Schon mal ein gutes Zeichen, denn irgendwas musste ja mit der Leitung passieren.

Leider passierte am nächsten Tag erst mal nichts, außer dass wir ab Mittag dann gar keinen Anschluss mehr hatten, also auch kein ISDN. Und natürlich auch keine Information, was denn nun passieren würde und warum. Als dieser Zustand dann auch nach 24h unverändert war, liessen wir Arcor etwas weiter oben bei der Telekom eskalieren, was dann endlich zum Erfolg führte (was genau gemacht wurde weiss leider niemand…).

Die Leitung läuft nun stabil und synchronisiert ganz knapp unter dem Maximalwert und dies sogar mit dem eingebauten Modem in der Fritz-Box früher Probleme machte. Vermutlich liegt es daran, dass das Fritz-Box-Modem mit ADSL2+-Anschlüssen besser zurecht kommt als an den älteren Anschlüssen.

Anfänglich gab es noch Schwankungen des Signalrauschabstands zwischen 5 und 14 dB. Dies war jedoch auf Einstrahlstörungen von unserem WLAN zurückzuführen. Nachdem sowohl die TAE-Dose als auch der Splitter in Alufolie verpackt war, hörten die Schwankungen auf.

Ein anderes Problem, welches schon in der alten Wohnung bestand, haben wir nun auch in den Griff bekommen: Wenn Gespräche über ISDN geführt wurden, hörte der Gesprächspartner ein störendes Knistern in der Leitung. Bei VoIP-Gesprächen war dies nicht zu hören. Grund war eine Inkompatibilität zwischen dem Arcor NTSplit 2.0 und der Fritz-Box. Nachdem wir einen getrennten NTBA und Splitter montiert hatten war auch das Knistern weg.

Knapp 4 Wochen nach dem Schalten des Anschlusses läuft er nun also endlich zufriedenstellend. Man musste hier mal wieder feststellen dass der Kundenservice von Arcor absolut unbefriedigend ist. Ein normaler Kunde, ohne die Verbindungen zu Arcor, wäre mal wieder vollkommen aufgeschmissen gewesen. Hinzu kommt, dass die Telekom als Verantwortliche für die “letzte Meile” sich nicht wirklich ein Bein ausreist, wenn es um eine Leitung des Mitbewerbers geht. Irgendwie ist das natürlich verständlich. Vermutlich wäre es deshalb besser, wenn die Leitungshoheit eine unabhängige Institution inne hätte.

 

2 Responses to Arcor-Erfahrungen

  1. TomNRW [Besucher] says:

    Danke für den aufschlussreichen Bericht, die Frage ist nun aber, WEN man denn bei Arcor kontaktieren muss, damit sich da was tut. Die Hotline kanns ja wohl nicht sein.

  2. Tja, leider wird es für “normale” Anwender aber so sein. Endanwender haben leider keinen anderen Ansprechpartner. Daher muss sich jeder selber überlegen, ob er das Risiko eingehen will. Wie gesagt, wenn alles klappt ist Arcor vom Preis-/Leistungsverhältnis ok. Nur die Hotline darf man nie brauchen ….

    Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es meistens besser ist, ein Ticket übers Web aufzugeben als über die Hotline. Und billiger ist es auch. Die Reaktionszeit ist leider dann aber meist etwas länger, aber die Störung wird eher gleich an die richtige Stelle weitergeleitet.

Leave a Reply

© 2000-2015 Michael Urspringer