Endlich komme ich doch mal dazu ein paar Worte zu unserem Mexiko-Urlaub zu schreiben (Die Bilder sind mittlerweile auch online).:

Unser Abflug gestaltete sich noch etwas schwierig, weil am Frankfurter Flughafen wegen des starken Schneefalls am Vortag, noch das totale Chaos herrschte. Rieseige Schlangen vor den Lufthansa-Schaltern und am Ende 1,5 Stunden Verspätung. Aufgrund des starken Rückenwindes hatten wir dann aber bei Ankunft die Zeit fast wieder aufgeholt. Die Zeit verloren wir dann aber wieder bei der Einreisekontrolle in Mexiko City 🙂

Bis es dann endlich zum Hotel gehen konnte verging auch noch eine lange Zeit, weil bei 5 Leuten unserer
Gruppe die Koffer nicht angekommen waren. So war die Stimmung schon etwas bedrückt, weil keiner so genau wusste wo sie abgeblieben waren und ob und wann sie denn nachkommen würden.

So sind wir dann gegen 22 Uhr abends im Sheraton in Mexiko-City angekommen. Das Hotel ist so, wie von einem Sheraton gewohnt nur dass es noch zusätzlich kostenfreien Internet-Access über WLAN in den Zimmern gab.

[Mehr:]

Am nächsten Tag ging es nach Tula, der früheren Hauptstadt der Tolteken. Nachmittags stand eine Bootsfahrt durch die “Schwimmenden Gärten” von Xochimilco auf dem Programm. Das Ganze erinnert ein wenig an eine Gondelfahrt durch Venedig. Allerdings scheinen Sonntags alle Mexikaner dort Boot zu fahren und es ist zumindest am Wochenende eine Menge los. Musikboote, Boote mit Esswaren, Fotografenboote etc. bieten ihre Dienste an. Vielleicht alles ein wenig kitschig mit den bunten Booten, aber es war irgendwie doch ganz nett.

Am 2. Tag ging es zuerst zum größten Marienheiligtum, der “Maria von Guadalupe“. 1325 ist dort einem Azteken die Mutter Gottes als mestizenhäutige Madonna erschienen und hinterliess auf dem Umhang des Indianers ihr Bild. Dieses Bild wird seit dieser Zeit dort verehrt.

Als nächstes besuchten wir die Ruinen von Teotihuacán, einer alten Azteken-Stadt. Diese Ausgrabung war recht eindrucksvoll, verglichen zu manchen anderen Stätten, die wir im Laufe der Reise noch besichtigen sollten. Da es dort kaum Schatten gibt, war das Treppensteigen auf die einzelnen Pyramiden ganz schön anstrengend. Wie die kleinen Bewohner Mexikos damals die riesigen
Stufen laufen konnten, bleibt schon ein Rätsel.

Am Nachmittag waren wir wieder in der Stadt und haben uns den Hauptplatz von Mexiko-City, den Zocalo, sowie den Nationalpalast und die Kathedrale angeschaut. Der Zocalo ist ein riesiger Platz auf dem aber recht wenig los ist. Auch der Verkehr außenherum geht recht gesittet zu. Die Ausgrabung des Templo Major, gleich hinter dem Zocalo, kann man getrost vergessen, außer ein paar Steinen ist nicht viel zu erkennen.

Übrigens, was ich am eigenen Leib spüren durfte: Aufgrund der trockenen Hitze und der großen Höhe muss man extrem viel trinken, auch wenn man keinen Durst verspürt.

Den Vormittag des nächsten Tages verbrachten wir im Nationalmuseum von Mexiko-City. Jede Region bzw. Kultur Mexikos hat dort ihren eigenen Saal. Am Ende war es mir allerdings dann doch ein wenig zu viel Kultur…den vielen Schulklassen die ebenfalls dort waren, ging es genauso 🙂 Im Museum war es übrigens schweinekalt und man musste immer mal wieder nach draußen in die Sonne um sich aufzuwärmen.

Nach einem Imbiss im Museumscafe ging es mit dem Bus weiter nach Cocoyoc, wor wir dann die nächsten 2 Nächte in einer alten Hacienda mit schön angelegten Garten und Schwimmbad verbrachten. Die Zimmer sind im alten Stil eingerichtet. Das Essen war dort sehr gut.

Am 4. Tag fuhren wir von Cocyoc aus 2 Stunden in die Berge zur alten Silberstadt Taxco. Taxco ist ein schönes, kleines Städtchen mit malerischen Gassen und einem lebendigen Markt. Auf dem Rückweg zu dem Platz, an dem unser Bus abfahren sollte, hatten wir uns doch glatt verlaufen und haben nur mit den Bildern aus der Kamera und ein paar sehr hilfsbereiten Mexikanern wieder zurück gefunden ….

Am nächsten Tag ging es dann 400 km weiter durch die Sierra Madre del Sur nach Oaxaca. Auf der Strecke gibt es riesige, beeindruckende Kandelaberkakteen zu sehen. Nach einem Mittagsstop in Puebla kamen wir dann am späten Nachmittag in Oaxaca an. Gerade noch rechtzeitig um im Museum den Schatz von Monte Alban zu besichtigen. In Oaxaca übernachteten wir im Hotel “Victoria“.

Am Tag 6 stand dann die Besichtigung von Monte Alban auf dem Programm. Gegen Mittag waren wir wieder in Oaxaca und besichtigten den Markt (Die Marktmänner und -Frauen lassen sich nur äußerst ungern fotografieren und man sollte unbedingt vorher fragen, sie können nämlich sonst auch handgreiflich werden…) Auf dem Markt wurden auch Knabbereien in Form von getrockneten Heuschrecken verkauft. Gisela hatte auch welche probiert, ich wollte lieber warten bis genügend Tequilla in Reichweite war. Aber am Ende haben wir die gekaufte Tüte (der Preis für ein Foto :-)) doch weggeworfen. In Oaxaca ist die Hochburg der Schokoladenherstellung und wir haben uns in einem Schokogeschäft eine heisse Schokolade gegönnt und ein bisschen bei der Herstellung von Schokolade zugeschaut. Schoko gibt es dort nicht nur in der bei uns bekannten süßen Form sondern auch als Zusatz zu verschiedenen Saucen etc. (z.B. Mole Negro, die uns aber irgendwie nie so richtig schmecken wollte, egal wo wir sie probiert hatten). Mit dem Taxi ging es dann wieder zurück zu unserem Hotel, wo wir den Nachmittag faul am Pool verbracht haben.

Am nächsten Tag hatten wir nämlich die weiteste Strecke vor uns. Auf der Panamericana ging es durch das wildromantische Bergland und die Pazifikebene nach Tuxtla Gutierrez, der Hauptstadt von Chiapas, wo wir die nächsten 2 Nächte im Hotel “Camino Real” verbracht haben.

Am 8.Tag ging es dann von Tuxtla aus in die Bergwelt von Chiapas in die frühere Hauptstadt San Cristobal de las Casas. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Zwischenstop im kleinen Indianerdorf Zinacantan gemacht. Fotos gibt es leider nur sehr wenige, weil die Indianer sich nicht gerne fotografieren lassen und wenn doch dann nur gegen Cash….

San Cristobal ist eine gemütliche Stadt mit bunten Häusern in kolonialem Stil, einem schönen bunten Markt und vielen interessanten indigenen Leuten auf der Strasse und lebt heute hauptsächlich vom Tourismus. Daher auch viele Fußgängerzonen und Geschäfte.

Am nächsten Morgen ging es dann mit Schnellbooten durch den Sumidero-Canyon mit seinen bis zu 1000 m hohen Felswänden. Auf der Fahrt gab es auch Flusskrokodile, viele Seevögel und Geier zu sehen (vermutlich kommen nicht alle Boote heil zurück :-))

Danach ging die Fahrt durch den Isthmus von Tehuantepec nach Villahermosa, der Hauptstadt des Bundesstaats Tabasco. Übernachtung auch wieder im dortigen “Camino Real“. Übrigens, gab es in beiden Hotels dieser Kette auch wieder kostenlosen WLAN-Internetzugang im Zimmer.

Viel zu sehen gibt es in Villahermosa aber nicht, außer dem La-Venta-Park, in dem die Fundstücke aus der nahegelegenen Ausgrabung der Olmeken-Siedlung La Venta zu sehen sind.

Anschliessend fuhren wir nach Palenque, der mit Abstand schönsten Ausgrabung die wir auf der Reise gesehen haben. Die alte Maya-Stadt liegt sehr schön gelegen mitten im Urwald mit eleganten Tempel- und Palastbauten. Diese Ausgrabung sollte man auf alle Fälle besuchen, wenn man nach Mexiko fährt. Übenachtet haben wir im gleichnamigen Ort im Hotel “Ciudad Real“.

Am nächsten (12.) Tag ging es dann durch die Bundesstaaten Chiapas, Tabasco und Campeche an den Golf von
Mexiko. Wir übernachteten im Hotel “Tucan“, direkt am Strand mit einem schönen Ausblick aus dem Zimmer. Den Rest des Tages verbrachten wir hier mit Faulenzen und im Meer baden.

Ausgeruht konnten wir dann am darauffolgenden Tag die Ausgrabungen in Kabah und Uxmal in Angriff nehmen. Besonders Kabah hat uns aber nicht mehr so wirklich begeistert. Am Nachmittag sind wir noch ein wenig durch Merida gebummelt bevor wir dann in unser Hotel “Fiesta Americana” gefahren sind.

Am letzten Tag unserer Rundreise war dann noch Chichen Itza an der Reihe. Die Kukulakan-Pyramide war recht eindrucksvoll, den Rest fanden wir jetzt nicht so beeindruckend. Auch die “Sound & Light”-Show am Abend war jetzt nicht so wirklich eindrucksvoll.

Das Rundreiseprogramm war damit beendet und wir fuhren zuerst zum Flughafen in Cancun (dort herrscht an den Wochenende ein wahnsinniges Gedränge da scheinbar alle Amerikaner gleichzeitig zu “ihrem Mallorca” fliegen wollen) und von dort aus mit einem Kleinbus zu unserem Hotel nach Akumal, wo wir noch eine ruhige Woche mit Ausruhen und Baden verbringen wollten.

Ich schreibe “wollten”, denn wir mussten leider feststellen, dass sich das Hotel “Grand Oasis Akumal” noch mitten in Renovierungsarbeiten befand und zu zwei Dritteln gesperrt war. Hinzu kam, dass man uns nur Zimmer in einem noch nicht renovierten Teil anbieten konnte, woran auch viele Diskussionen mit dem Management nichts änderten. Die Zimmer, zumindest in den Gebäuden am Strand, sind eine echte Katastrophe, das Management (leider mittlerweile italienisch….) hat das Hotel bei weitem nicht im Griff und die in der Mehrzahl italienischen Urlauber (eher Ballermann-Niveau..) tun ein übriges dass man sich dort absolut nicht wohlfühlt. Wir waren nicht die Einzigen denen es so erging, alle deutschsprachigen Gäste empfanden das Hotel, zumindest im derzeitigen Zustand eine Zumutung. Das Ganze wird auch noch ein juristisches Nachspiel haben, da das Hotel schweineteuer und die dafür gebotene Leistung ein Witz war.

Viel möchte ich ehrlich gesagt nicht mehr über das Hotel schreiben, außer dass man es getrost vergessen kann. Vielleicht wird es mal nach Ende der Renovierungsarbeiten wieder so aussehen wie im Internet oder den Prospekten aber darauf wetten würde ich nicht.

Von Akumal aus haben wir dann doch noch einen Ausflug nach Tulum gemacht. Tulum liegt recht schön, direkt am Meer ist aber von den Bauten her nicht so spektakulär.

Wenn wir nun die 3 Wochen noch mal Revue passieren lassen, kann man nur sagen, dass wir uns von Mexiko irgendwie mehr erhofft hatten. Vielleicht waren unsere Erwartungen auch zu hoch, keine Ahnung. Wir haben es jedenfalls jetzt gesehen und werden vermutlich nicht noch mal dorthin fahren…

Studiosus hat sich auf dieser Fahrt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wir waren ja mit Gebeco im letzten Jahr äußerst zufrieden und hatten an Studiosus hohe Erwartungen, da bisher alle nur Gutes erzählt hatten.

Der Reiseleiter war zwar sehr kompetent, was die ganzen Ausgrabungen und geschichtlichen Hintergründe anging. Über das tägliche Leben der Mexikaner und bei praktischen Fragen, was mich persönlich viel mehr interessiert, konnte er aber ziemlich wenig sagen. Die mexikanische Reiseleiterin, die ebenfalls die ganze Zeit dabei war, hat sich ziemlich im Hintergrund gehalten und den Eindruck gemacht, als ginge sie das Ganze nichts an. Ohne spanische Sprachkenntnisse konnte man sich mit ihr sowieso kaum unterhalen. Sobald Probleme auftauchten, waren Beide ziemlich überfordert. Das zeigte sich u.a. bei dem Kofferproblem… die Koffer unserer Mitreisenden tauchten erst nach 5 (!!) Tagen wieder auf und das auch erst nachdem ich die Sache ein wenig in die Hand genommen hatte und bei Studiosus in München bzw. Lufthansa in Frankfurt Dampf gemacht hatte.

Dafür dass Studiousus so mit ihrer kompetenten Reiseleitung Werbung macht, war das eine ziemliche Enttäuschung. Schliesslich ist Studiosus auch noch mal eine Ecke teurer als Gebeco. Das dortige Konzept nur einheinmische Reiseleiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen zu nehmen, finde ich persönlich besser und billiger. Hinzu kam bei uns noch das Drama mit dem Badeaufenthalt am Ende so dass wir vermutlich mit Studiosus nicht mehr fahren werden.

Nachtrag:

Noch ein paar Dinge, die ich vergessen hatte:

Anders als in den Netzabdeckungskarten von D2 Vodafone beschrieben, war fast überall auf der Reise problemloser Handyempfang möglich. lediglich in den Bergen gab es mal kurze Stücke, wo nichst ging. Allerdings ist das Telefonieren dort zumindest mit D2 schweineteuer. Man sollte also eher auf SMS umsteigen, die allerdings auch fast 50 Cent kosten.

In den Hotelzimmern gab es sehr oft so gut wie keine Steckdosen. Da mittlerweile aber immer mehr Ladegerät abends mit Strom versorgt werden wollen, hat sich die Mitnahme einer Dreifach-Steckdose sehr bewährt. Man braucht dann auch nur einen Adapter. Übrigens gibt es oft nur Steckdosen mit 2 Pins, d.h. ohne Schutzkontakt. Man sollte daher unbedingt auch einen 2-poligen-Adapterstecker dabei haben.

Das Service-Bewusstsein der Mexikaner im Hotelgewerbe ist etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man ankommt überschlagen sie sich vor Freundlichkeit (ähnlich wie in USA, so mit “Guten Tag, ich bin der Manuel und nun für Dich zuständig”) aber sobald man mal sitzt ist alles vergessen. Es war auffallend, dass alle ziemlich unorganisiert herumlaufen, geschäftig tun aber nichts auf die Reihe kriegen. So extrem ist uns das noch nirgendwo aufgefallen.

Nachlese Mexiko
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2 thoughts on “Nachlese Mexiko

  • 15.04.2006 at 15:01
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    Hallo,
    danke für den link + die Antwort.Ich war ja vor 2Jahren dort.Schreibe z.Zt. aus dem I-cafe + melde mich die Tage.Hasta pronto + SCHÖNE OSTERN

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  • 10.05.2006 at 07:45
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    Danke für den ausführlichen Bericht und die schönen Bilder. Ich fühle mich ein bißchen in die Zeit versetzt, als ich vor 25 Jahren für ein Jahr in El Paso stationiert war. Auf der anderen Seite des Rio Grande liegt Ciudad Juárez, wohin wir oft Ausflüge machten. Auch reichte es für einen Trip nach Mexico City und Umgebung (inkl. Teotihuacán).

    Auch damals war Mexiko etwas “Besonderes”. Eine Mischung aus Mittelmeermentalität und -gastfreundschaft, angestrengter Geschäftigkeit, arabische Verhandlungsmentalität, viele Ansätze und doch viel Übriggebliebenes. Auf der einen Seite fand ich Mexiko faszinierend, andererseits oft sehr anstrengend (um sich in die Mentalität der Leute reinzudenken). Bereits damals waren für mich die sozialen Brennpunkte und Spannungen sehr erschreckend. Die Slums rund um die Städte (Mexiko City, Juárez) und die Bauern einerseits und der (oft angloamerikanische) Reichtum andererseits. Dann noch die Spannungen mit den Indianern. In den Neunzigern gab es ja auch mal einen größeren Aufstand in Chiapas.

    Mein Fazit von damals: Sehr interessant, aber kein Land, in das ich öfters in Urlaub fahren möchte. Deckt sich ein bißchen mit Deinem Fazit 🙂

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