Elektronischer Bilderrahmen

by Michael Urspringer - 08.12.2015

Nachdem meine Mutter sich immer wieder beschwert hat, dass mein Vater sie nicht informiert, wenn wir Bilder per Mail geschickt oder über Facebook gepostet haben (sie selber hat mit Technik nix am Hut und  nimmt keinen PC, Tablet etc. in die Hand :-)), haben wir ihr einen vor einiger Zeit einen elektronischen Bilderrahmen geschenkt.

Die Hauptanforderungen:

  • Man darf nichts “bedienen” müssen. Er muss irgendwo aufgestellt werden und dann einfach funktionieren.
  • Egal was passiert, er muss sich möglichst wieder selbständig “reparieren” (wenn doch jemand mal damit rumgespielt hat :-))
  • Mehrere Personen müssen über das Internet neue Bilder auf den Bilderrahmen senden können bzw. diese auch wieder löschen.

Früher gab es ja mal solche Bilderrahmen z.B. von Kodak. Mittlerweile scheint es keine fertigen Lösungen mehr zu geben. Aber wozu gibt es denn mittlerweile relative günstige Tablets?

Umgesetzt haben wir das Ganze mit einem Lenovo A7-50 17,8 cm (7 Zoll IPS) Tablet (der Preis ist leider mittlerweile von 89 auf 99 EUR gestiegen …)  sowie ein paar zusätzlichen Android-Apps:

Digitaler Fotorahmen Premium
https://play.google.com/store/apps/details?id=be.wyseur.photo.buy&hl=de

Das ist das Hauptprogramm, welches Bilder, die in einer Ordnerstruktur auf dem internen Speicher vorhanden sind, als Diashow darstellt.

DropSync
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ttxapps.dropsync&hl=de

Hiermit werden die Fotos regelmäßig vom Dropbox-Account auf den lokalen Speicher synchronisiert. Für alle Personen, die Bilder hochladen dürfen (z.B. wir, meine Schwester, meine Neffen …), habe ich einen eigenen Ordner auf Dropbox freigegeben, den die Person verwalten kann (Bilder hinzufügen und wieder löschen)

Llama
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.kebab.Llama&hl=de

Von diesem Programm wird nur ein Bruchteil der Funktionalität genutzt. Aber damit konnte ich sicherstellen, dass der Bilderrahmen und DropboxSync automatisch gestartet werden sobald das Tablet neu bootet oder das Stromkabel angeschlossen wird.

Ultimate Rotation Control
https://play.google.com/store/apps/details?id=nl.fameit.rotate&hl=de

Dieses kleine Tool habe ich nachträglich noch mit eingebaut, um sicherzustellen, dass der Bilderrahmen immer im Querformat angezeigt wird, auch wenn man ihn in die Hand nimmt und versehentlich kippt.

Skype
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.skype.raider
Skype haben wir zusätzlich noch mit installiert, damit wir mit ihr auch von unterwegs Videotelefonate führen können.

Das Tablet wird morgens automatisch hochgefahren und dabei die Bilderrahmen-App und DropSync automatisch gestartet. Die Bilderrahmen-App ist so konfiguriert, dass sie sofort damit beginnt, die Bilder anzuzeigen. Zu einer bestimmten Zeit, fährt das Tablet automatisch wieder komplett herunter. Im Hintergrund werden die Bilder aus der Dropbox regelmäßig lokal synchronisiert.

Sobald jemand versehentlich die App beendet oder in den Hintergrund stellt, reicht es aus, den Stromstecker kurz zu ziehen und wieder einzustecken. Dadurch wird der Bilderrahmen wieder gestartet bzw. in den Vordergrund geholt. Wenn jemand noch mehr kaputt machen sollte, sollte spätestens am nächsten Tag (nach dem Neustart des Tablet) wieder alles ok sein.

Ansonsten habe ich alles Icons außer dem Bilderrahmen vom Startscreen des Tablet verbannt, so dass man nicht versehentlich irgendwo anders draufklickt, wenn man mal mit dem Teil herumspielt.

Mittlerweile haben wir zusätzlich noch Skype aktiviert, damit wir sie auch von unterwegs aus mit Video anrufen können. Wenn ein Anruf kommt, kommt Skype automatisch in den Vordergrund und sie muss nur den Ruf annehmen. Wenn wir wieder auflegen, kommt automatisch wieder der Bilderrahmen in den Vordergrund.

Ich hatte zuerst ein wenig bedenken, ob meine Mutter nicht von vorneherein den Bilderrahmen ablehnt, weil halt doch “technisches Spielzeug”. Aber ich wurde positiv überrascht. Sie freut sich immer, wenn wir von unterwegs neue Bilder von uns schicken. Und lässt niemanden ran, damit auch nix kaputt geht :-))

Bislang funktioniert auch alles einwandfrei, es gab noch keinen Erste Hilfe-Einsatz weil die Bilder nicht mehr dargestellt wurden. Und in der Zwischenzeit haben wir sogar noch ein zweites Exemplar bei Sabines Eltern im Einsatz …

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2 Responses to Elektronischer Bilderrahmen

  1. esistimfluss says:

    Das scheint mir eine wirklich unabhängige und DAU-sichere Lösung zu sein. Tolle Idee!
    Ich halte von Dropbox und solchen weniger sicheren Cloud-Speicher-Lösungen nicht viel.
    Das ganze mal auf einem Playbook oder mit Owncloud umzusetzen wäre mal eine schöne Herausforderung, über Weihnachten etwas zu basteln. Mal sehn.

  2. Man kann sicherlich auch einen Ordner auf einem Owncloud-Server automatisch im Hintergrund synchronisieren lassen. Ich habe mich für Dropbox entschieden, weil alle Beteiligten bereits einen Dropbox-Account hatten und ich vermeiden wollte, dass alle Benutzer eine zusätzliche App installieren und nutzen müssen.

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